Das Rebhuhn – Der Vogel des Jahres 2026 im Hochsauerlandkreis

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Nachdem das Rebhuhn 1991 bereits einmal Vogel des Jahres war, wurde es mit über 40% der abgegebenen Stimmen für das Jahr 2026 noch einmal dazu gewählt. Anlass genug, sich mit dieser Art noch einmal genauer zu beschäftigen.

Rebhuhn (Foto: F. Schnurbus)

Das Rebhuhn ist im Laufe der Jahrhunderte von einem Allerweltsvogel zu einer äußerst seltenen, stark gefährdeten Vogelart geworden. Gründe dafür liegen in einer veränderten Landbewirtschaftung und einem vor allem durch Neozoen (Neubürger) verursachten Einfluss von Prädatoren. Während die Politik weitgehend untätig bleibt, versuchen private Initiativen durch die verschiedensten Maßnahmen dem Rebhuhn ein Überleben zu sichern.

Das Rebhuhn, ein etwa taubengroßer Hühnervogel, war ein Charaktervogel unserer offenen Feldflur. Im Gegensatz zur ebenfalls bei uns heimischen Wachtel zieht das Rebhuhn im Winter nicht weg, sondern ist Standvogel. Es stammt ursprünglich aus Steppen- und Heidegebieten, also natürlichen Offenlandbiotopen, im Osten Europas und des Mittleren Ostens. Passende Lebensräume bei uns entstanden erst aus der Rodung großflächiger Waldgebiete und deren Umwandlung in landwirtschaftliche Offenflächen.

Ideale Bedingungen fand das Rebhuhn vor der Industrialisierung und Intensivierung der Landwirtschaft vor. Dazu gehörten kleinparzellierte, nicht gespritzte Felder mit vielen Grenzlinien, umgeben von unkrautreichen Feldrainen, Wegrändern und Altgrasstreifen. Niedrige Gebüsche und Hecken gaben den Tieren Schutz und Deckung.

Eine nahezu optimale Landschaft für das Rebhuhn bei Braunshausen (Foto: F. Schnurbus)

Der Speiseplan des Rebhuhns ändert sich mit zunehmendem Lebensalter von tierisch zu vegetarisch. In den ersten Lebenswochen ernähren sich Rebhühner hauptsächlich von Insekten, Spinnen, Weichtieren, Würmern und Ameisenlarven. Erwachsene Tiere ernähren sich überwiegend vegetarisch. Im Winter und frühen Frühjahr handelt es sich dabei besonders um Gras- oder Blattspitzen, sowie Samen von Wildkräutern und Gräsern. Auch Knospen und Triebe höherer Pflanzen und von der Ernte übriggebliebene Getreidekörner gehören zum winterlichen Speiseplan. Später im Frühjahr nehmen die Altvögel wieder zunehmend Käfer, Blattläuse, Ameisen, Würmer und Schnecken zu sich.

Mit etwa 10 bis 20 Eiern, die das Rebhuhnweibchen legt, ist die Reproduktionsrate vergleichsweise hoch. Rebhuhnjunge sind Nestflüchter und ernähren sich bereits vom 2. Tag an selbständig. Meist folgen die Jungen den beiden Altvögeln im Gänsemarsch über die Felder.

Bestandssituation und -entwicklung

Das Rebhuhn hatte seine besten Zeiten sicher im vorindustriellen Zeitalter zur Zeit der Dreifelderwirtschaft. Über die damalige Populationsgröße kann man nur spekulieren, aber es waren wohl alleine im heutigen Deutschland viele Millionen Tiere. Die hohe Bestandssituation hielt bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts an. Als Beleg dafür mag das Foto dieses Jägers aus dem Jahr 1929 dienen, der sich mit 80 erlegten Rebhühnern ablichten ließ.

Jäger mit erlegten Rebhühnern, (Quelle: Bundesarchiv_Bild_102-08606)

Weltweit wird der Bestand derzeit auf etwa 5 – 10 000 000 Tiere geschätzt, davon im europäischen Teil etwa 1 600 000, und gilt derzeit als nicht gefährdet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ca. 10 Mio. km2 von Mitteleuropa bis weit nach Osteuropa, den Mittleren Osten und Sibirien hinein.

In großen Teilen Westeuropas hat sich diese Situation in den letzten Jahrzehnten allerdings dramatisch verschlechtert. So wurde der Bestand in Deutschland in den 1950er Jahren noch auf ca. 3.000.000 Paare geschätzt. 

Davon ist lediglich ein kümmerlicher Rest von ca. 21 000 – 37 000 Paaren übriggeblieben, etwa 1 (!) % der früheren Population.1)2)

In Deutschland ist der gegenwärtige Status darum stark gefährdet, in vielen Teilgebieten ist die Art bereits ausgestorben. (Quellen: NABU Niedersachsen…) Das war auch der Hauptgrund dafür, das Rebhuhn für 2026 noch einmal zum Vogel des Jahres zu ernennen.3)

Rückgang durch Intensivierung der Landwirtschaft

Der enorme Rückgang der Rebhuhnbestände geht einher mit der Mechanisierung und Strukturveränderung in der Landschaft sowie mit dem großflächigen Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln. Einen Höhepunkt erfuhr diese Entwicklung mit der Flurbereinigung in den 1970er Jahren. Die abwechslungsreiche, klein strukturierte Feldflur wurde in eine ausgeräumte Landschaft mit großen Schlägen umgewandelt. Das folgende Bild mag der Verdeutlichung dienen.

Flurbereinigung, vorher/nachher (Quelle: Grün kaputt)

Für „ganzjährig besetzte Rebhuhn-Reviere sind reichhaltige, lebhaft strukturierte Feld- und Wiesenlandschaften, durchsetzt mit Hecken, Gehölzen, Baum- und Strauchgruppen, Feldrainen, Lesesteinhaufen, blumenreiche Böschungen, Säume, nicht oder extensiv genutzte Flurstücke und Flurstreifen, kennzeichnend“ (Hölzinger…).4) Hier findet das Rebhuhn die benötigte Vielfalt sowohl an pflanzlicher als auch tierischer Nahrung. Mit dem Verschwinden dieser Landschaftselemente ging auch die Verfügbarkeit an Nahrung dramatisch zurück. Hinzu kam, dass die auf den großen Feldern neu entstandenen Monokulturen sich als anfälliger gegen jede Art von Schädlingen erwiesen, die in der Folge verstärkt mit Insektiziden, Fungiziden und Pestiziden bekämpft werden mussten. Das ohnehin bereits drastisch geschrumpfte Nahrungsangebot für das Rebhuhn verringerte sich somit noch einmal erheblich.

Dem Rebhuhn machte aber nicht nur der Mangel an Nahrung Probleme. „Als Bodenvögel stehen den Rebhühnern eine Reihe von fleischfressenden Prädatoren gegenüber. Adulte Vögel werden häufig von Füchsen und Greifvögeln gerissen. Gelege und Brut werden nicht selten zur Beute von Raben, Krähen, Mardern und Wildkatzen, Jungvögel werden häufig Opfer von Habichten, Sperbern oder Bussarden. Als Nesträuber müssen aber auch Wiesel, Wildschweine, Dachse und Wanderratten genannt werden. Alle diese Bedrohungen sorgten bei den Rebhühnern schon immer für beträchtliche Verluste, die sie aber durch die hohe Anzahl der Jungvögel ausgleichen konnten. In der reich gegliederten Landschaft fand das Rebhuhn Schutz in Altgrasstreifen, Sträuchern, Säumen, Böschungen und Hecken. Das Entfernen dieser Landschaftselemente raubte dem Rebhuhn beinahe jeglichen Schutz und Deckung.

Gefährdung durch Neozoen

Eine neue Bedrohung stellen Neubürger (Neozoen) unter den Prädatoren dar, nämlich Waschbär und der sich von Osten her ausbreitende Marderhund. Von letzterem ist aber nicht bekannt, ob er im heimischen Raum bereits in nennenswerter Zahl vorhanden ist.

Eine Gefahr geht auch von der zunehmenden Anzahl freilaufender Katzen[h2]  aus, die sich oft über Gelege und Jungvögel hermachen. Dass die Bejagung dieser Katzen derzeit generell verboten ist, sollte vor diesem Hintergrund noch einmal dringend überdacht werden.

Wildernde Hauskatzen im NSG Frauenbruch bei Medebach (Foto: F. Schnurbus)

Es scheint fraglich, ob das Rebhuhn gegen diese neuen Bedrohungen über evolutionär entwickelten Strategien verfügt. Möglicherweise scheint eine gewisse Anpassungsfähigkeit vorhanden zu sein, indem es auf gesteigerten Prädatorendruck mit einer zunehmend heimlichen Lebensweise reagiert. Während der 1980er Jahre sah man während der Balzzeit die Rebhuhnpaare häufig relativ frei auf den Feldern sitzend. Das war in den letzten Jahren kaum noch der Fall.

Der Bestand im Hochsauerlandkreis

Für den Leser ist es sicher nun von besonderem Interesse, ob sich die Lage im lokalen Raum, also dem HSK, ähnlich dramatisch wie überregional darstellt. Erste Erkenntnisse erbrachte eine in den Jahren 1984 bis 1988 vom VNV durchgeführte Rasterkartierung der Brutvögel im HSK. Daraus ergab sich das folgende Verbreitungsbild für das Jahr 1989.

Verbreitung des Rebhuhns 1989 (OAG VNV)

Es ließen sich drei Verbreitungsschwerpunkte ausmachen, nämlich die Medebacher Bucht, der Raum Marsberg sowie das Gebiet Arnsberg/Neheim-Hüsten. Große Teile des Kreises waren schon damals nicht (mehr) besiedelt. Das ist auf den hohen Waldanteil, aber auch auf Wohnbebauung, Industrie- und Verkehrsflächen zurückzuführen, die als Lebensraum nicht geeignet sind. Den besiedelten Räumen kommt durch geringere Höhenlage eine gewisse Klimagunst zugute, in Marsberg und Medebach durch die Lage im Regenschatten zusätzlich ein geeigneteres Klima zur Aufzuchtzeit der Jungen. Hinzu kommt, dass im HSK die Intensivierung der Landwirtschaft auf Grund der Topographie und der oft schlechteren Böden häufig später und in geringerem Umfang einsetzte.
Einen Eindruck von der gegenwärtigen Landschaft vermittelt das folgende Bild.

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Feldflur bei Dreislar (Foto: F. Schnurbus)
Das Bild zeigt keine Ideallandschaft, wichtige Strukturen – einzelne Hecken, Zäune mit Säumen und der Wechsel von Acker- und Grünland bei überschaubaren Feldgrößen – sind aber vorhanden. Gerade das Vorhandensein von Äckern bietet den Rebhühnern während der Aufzuchtzeit der Jungen Schutz, wenn im Grünland der erste und oft auch zweite Mahdtermin schon vorbei sind.
Auch strukturärmere Teile der Landschaft wie in der letzten Abbildung zeigen diesen Wechsel zwischen Acker und Grünland, der aktuell noch ein Vorkommen des Rebhuhns ermöglicht.

Feldflur „Auf dem Hamm“ bei Medebach
(Foto: F. Schnurbus)

Wie verbreitet das Rebhuhn aber selbst in den 1980er Jahren wirklich noch war, geht aus der Karte nicht hervor, da die genannte Kartierung rein qualitativ, nicht quantitativ war. Der damalige Bestand wird vom Verfasser auf einige 100 Paare geschätzt. Verdeutlichen können die Häufigkeit eher einige, wenn auch subjektive Anmerkungen, die vor allem für den Medebacher Raum gelten.
Ähnlich wie beim Kiebitz gab es beim Rebhuhn keine punktgenauen Erfassungen über die genannte Kartierung hinaus (wie z.B. bei Braunkehlchen oder Raubwürger), weil man es bei der großen Anzahl an Sichtungen schlichtweg nicht für nötig hielt.
Für ältere Naturinteressierte war die Sichtung von Rebhühnern bei Spaziergängen mehr oder weniger alltäglich. (eigene Beobachtungen und Erzählungen von Freunden und Bekannten)
Auch bei Tagebucheinträgen wurde das Rebhuhn eher zufällig als systematisch notiert.
Ende der 1970er/Anfang der 1980er (noch vor seiner Zeit als Vogelbeobachter) sah der Verfasser auf dem Weg zur Arbeit bei Hesborn ca. 80 Rebhühner die Straße überfliegen. Eine Beobachtung mit dieser großen Anzahl gelang danach auch ansatzweise nicht mehr.
Etwa Mitte der 1980er Jahre konnte der Verfasser 16 Rebhühner feststellen, die bei ca. 40 cm Schneehöhe in seinem Garten in einer Schneehöhle Schutz gesucht hatten. Das Grundstück befand sich inmitten eines Neubaugebietes, damals waren noch nicht alle Plätze bebaut. Da Futter gestreut wurde, konnten die Vögel auf der Terrasse des Hauses fotografiert werden.

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Rebhuhn auf Terrasse 1986 (Foto: F. Schnurbus)

Analog zur landesweiten Entwicklung gingen auch die Bestände im Hochsauerlandkreis zurück.

Verbreitung des Rebhuhn 2013 (OAG-VNV)


Die Karte von 2013 zeigt das fast völlige Verschwinden des Rebhuhns im Raum Arnsberg/Neheim und eine deutlich geringere Verbreitung in Marsberg und der Medebacher Bucht. Neben verstärkter Bedrohung durch neue Prädatoren wirkt/wirkte sich der Strukturwandel hier besonders durch die Betriebsaufgabe vieler Nebenerwerbslandwirte aus. Die Flächen übernehmen in der Regel Haupterwerbslandwirte und werden zu größeren Einheiten zusammengefasst. Dabei verschwinden mit den Zäunen häufig prägende Landschaftselemente, dagegen wird die Bewirtschaftung auf der größeren Fläche monotoner und intensiver.

Der Tiefpunkt des Rebhuhnbestands im HSK war etwa in den Jahren von 2014 bis 2016. Man ging damals davon aus, dass das Vorkommen dieser Art vielleicht schon vollkommen erloschen war. Die Entwicklung des Rebhuhnvorkommens seitdem bis zum jetzigen Zeitpunkt zeigt das folgende Diagramm.


Die Daten für das Diagramm beruhen auf Meldungen in der Datenplattform www.Ornitho.de, auf der bundesweit Sichtungen von Vogelarten gesammelt werden. Das Diagramm gibt somit lediglich einen Trend wieder und stützt sich nicht auf systematische Erhebungen.

Interpretation der Bestandsentwicklung
Aus dem Diagramm geht hervor, dass in den letzten Jahren besonders aus der Medebacher Bucht wieder häufiger Rebhühner gemeldet werden. Eine Ursache dafür könnte sein, dass die warmen und trockenen Frühlinge der letzten Jahre den Bruterfolg der Rebhühner begünstigt haben. Da zu berücksichtigen ist, dass das Rebhuhn eine schwierig zu erfassende Art ist – gerade in Gebieten mit geringen Beständen – so lassen sich die höheren Zahlen aus der Medebacher Bucht auch mit einer verstärkten Suche u.a. mit Wärmebildkameras erklären.

Mit einer Wärmebildkamera erfasste Rebhühner Foto W. Komischke

Die Beobachtungsintensität im Stadtgebiet Marsberg ist unterschiedlich. Zufallsbeobachtungen der letzten Jahre und Kartierungen von Teilflächen, u.a. für das Anfang 2025 angelaufene Erfassungsprojekt ADEBAR 2, zeigen aber, dass das Rebhuhn in geeigneten Lebensräumen in geringer Dichte vorkommt (S. Kuhl, mdl. und H. Legge mdl.)
Im Stadtgebiet Arnsberg bleibt die Art ausgestorben. Sie kam im Betrachtungszeitraum ab den 1980er Jahren regelmäßig lediglich in einer Feldflur bei Arnsberg-Voßwinkel vor. Da dieses Gebiet inzwischen ein bebautes Industriegebiet ist, ist eine Wiederbesiedlung aus dem Kreis Soest dorthin ausgeschlossen. (B. Koch mdl.)
Ausblick
Trotz leichter Erholungstendenzen auf lokaler Ebene in der Medebacher Bucht ist die Prognose für die Rebhühner vor allem überregional alles andere als rosig. Dies betrifft im Übrigen die gesamte Gilde der Feldvögel, die erhebliche Bestandseinbußen erlebt hat und dessen Populationen sich weiterhin fortlaufend in einem Abwärtstrend befinden. So sind frühere Allerweltsvögel wie Feldlerche und Feldsperling schon aus ganzen Regionen verschwunden und haben auch im HSK Areale geräumt, wo sie früher vorkamen. Antworten von Seiten der Politik sind angesichts jüngster Entwicklungen (fehlende Schutzkonzepte für die betroffenen Arten und ausbleibende Unterschutzstellung von deren Lebensräume, Deregulierung, ständiges Verschieben von Renaturierungsmaßnahmen, …) nicht zu erwarten. Beispielhaft seien genannt:
das Scheitern des Naturschutzgroßprojekts in der Medebacher Bucht, bei dessen Umsetzung Mittel im zweistelligen Millionenbereich für Naturschutzprojekte geflossen wären. Es ist leider in letzter Minute allein am Widerstand aus Teilen der Landwirtschaft gescheitert.
eine gescheiterte Einbeziehung ausgedehnter Offenland- und Halboffenland-Lebensräumen ins Vogelschutzgebiet „Diemel- und Hoppecketal mit angrenzenden Wäldern“, obwohl sie nachgewiesenermaßen landes- und bundesweit bedeutsame Vogelpopulationen beherbergen, u.a. mindestens NRW-weit bedeutsame Bestände der Feldlerche und eine deutschlandweit bedeutsame Population des Raubwürgers.

Hilfsmaßnahmen
Damit ist es einmal mehr Ehrenamt und Privatinitiativen überlassen, sich für das Überleben des Rebhuhns und die weiteren Bewohner in der Kulturlandschaft einzusetzen.

o Bundesweit
Der Dachverband Deutscher Avifaunisten, der Deutsche Verband für Landschaftspflege und die Abteilung Naturschutzbiologie der Uni Göttingen haben sich mit zwölf weiteren Projektpartnern zu einem sechsjährigen Verbundprojekt zusammengeschlossen, um das Rebhuhn zu retten und gleichzeitig die Vielfalt der Landschaft zu fördern. So werden ab 2023 in zehn Projektgebieten in acht Bundesländern großflächige Maßnahmen zum Rebhuhnschutz umgesetzt.2)6)

o Lokal
Eine 2020 gegründete Rebhuhninitiative Medebacher Bucht bewarb sich beim o.a. beschriebenen Bundesprogramm „Rebhuhn retten“. Der Antrag wurde leider abgelehnt, da die Initiative keine Rechtsform hatte. Aus dieser Ablehnung heraus entstand im März 2022 der Verein „Natur- und Artenschutz Medebacher Bucht e.V.“ (Nambu) Der Verein kümmert sich vor allem um die Sicherung Rebhuhn-gerechter Lebensräume durch Ankauf oder Pacht. Momentan wurden bereits 16 ha von für das Rebhuhn optimierten Flächen erworben oder angepachtet. Weiterhin wird in fünf beteiligten Jagdrevieren ein fünfjähriger Probebetrieb Prädatorenmanagement auf 1.560 ha Fläche im Offenland durchgeführt. Es umfasst die Fallen- als auch Einzel- und Gesellschaftsjagd. Ebenso bemüht sich der Verein, aufgrund nachgewiesener Gelegeverluste, im extensiven Grünlandbereich die Mahdtermine weiter nach hinten, möglichst bis in den August zu verlegen. (A. Brocke, schriftl.)
Der Verein für Natur- und Vogelschutz konnte seit seiner Gründung die Unterschutzstellung kleinerer und großer landwirtschaftlich genutzter Gebiete erreichen. Sein größter Erfolg in diesem Zusammenhang ist sicher die erreichte Ausweisung des Vogelschutzgebietes „Medebacher Bucht“. Darüber hinaus konnte unser Verein im Laufe der Jahre Flächen ankaufen oder pachten und sie einer extensiven Nutzung zuführen.
Auch die NRW-Stiftung engagiert sich in diesem Bereich: Auf Antrag des VNV kaufte sie viele Flächen, auf denen dann eine naturschutzgereichte, extensive Bewirtschaftung stattfindet, zum Beispiel um Marsberg-Udorf. Der VNV ist der für diese Flächen zuständige offizielle Gebietsbetreuer.

Literatur:
1.) Wikipedia.org, Das Rebhuhn
2.) Internet: www.deutschewidltierstiftung.de/wildtiere/rebhuhn
3.) Internet: nabu.de
4.) Wieland, D., Bode, P. M., Disko, R.:
Grün kaputt, Raben Verlag München, 1983,
5.) Hölzinger, J.: Die Vögel Baden-Württtembergs, 1987
6.) Internet: www.rebhuhnschutzprojekt.de, Georg-August-Universität Göttingen
7.) König, H.: Arbeitsatlas der Brut- und Sommervögel des Hochsauerlandkreises, 1991

Text und Fotos:
Friedhelm Schnurbus