Am 05.05.2026 diskutierte der Bau- und Planungsausschuss der Stadt Winterberg die beantragte Erweiterung des Steinbruchs Silbach. Dabei war man sich offensichtlich nicht der ökologischen Gefahren für das Naturschutzgebiet (NSG) „In der Strei“ bewusst. Der VNV ist sich dagegen mit den weiteren im Hochsauerlandkreis aktiven Naturschutzverbänden NABU und BUND einig: Aus Gründen des Naturschutzes ist die geplante Erweiterung des Steinbruchs Silbach, Stadtgebiet Winterberg, entschieden abzulehnen.
Denn wir sehen die Existenz der wertvollen Moore des nahen Naturschutzgebietes „In der Strei“ bedroht. Das NSG verlöre laut Gutachten durch eine Steinbruch-Erweiterung mindestens 10 % seiner Wassermengen. Dies hört sich wenig an, ist aber gerade in Trockenjahren entscheidend – die durch den Klimawandel zunehmen werden! Ideen wie das dauerhafte (!) Auslegen des Steinbruchrandes mit Folie, um Wasser Richtung Moor zu leiten, bezeichnen wir als naiv.
Laut Westfalenpost-Artikel vom 06.05.26 sieht die Stadt keine öffentlichen Belange, die einer Genehmigung der Erweiterung entgegenstehen. Wir fragen: Ist der Erhalt eines überregional bedeutenden Naturschutzgebietes kein „öffentlicher Belang“?
Immerhin ist das NSG im Biotopverbund (also der Vernetzung von Biotopen) von internationaler Bedeutung vor allem für die Moorlebensräume. „In der Strei“ existiert eines der größten und besterhaltenen Moorkomplexe im gesamten Rothaargebirge. 13 gefährdete Pflanzenarten belegen den hohen floristischen Wert des Schutzgebietes. Die europaweite Bedeutung wird auch durch die Meldung des gleichnamigen FFH-Gebietes (4717-311) belegt. Für diese gilt ein Verschlechterungsverbot. Verstöße dagegen werden im Rahmen von Vertragsverletzungsverfahren mit hohen Geldstrafen belegt.
Fakt ist: Das Gebiet „In der Strei“ ist ausgewiesenes, europäisch bedeutsames Naturschutzgebiet; damit müssen die wertvollen Lebensräume erhalten werden. Im Landschaftsplan ist explizit festgelegt, zum Erhalt und zur Optimierung der Moore „sein Wasserregime durch den Schutz des unmittelbaren … Einzugsgebietes“ zu sichern und zu verbessern! Der Verlust eines über Jahrtausende gewachsenen Moores ist irreversibel.
Während landes- und bundesweit Programme zum Erhalt und zur Wiederentwicklung von Mooren als bestem Klimaschützer aufgelegt werden, versteckt man sich hinter dem vom Antragsteller vorgelegten hydrogeologischen Gutachten über die Folgen der Steinbruch-Erweiterung, welches wenig glaubhaft ist. Wir bezweifeln, dass es einer gerichtlichen Überprüfung standhalten würde.
Wir fordern darum den für die Genehmigung zuständigen Hochsauerlandkreis auf, die Genehmigung für die Erweiterung zu versagen, um die wertvolle Natur „In der Strei“ zu erhalten.



